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Bericht von der Abschlussdiskussion im Rahmen der Ausstellung Tödliche Textilfabriken

Es gibt ein freiwilliges Bündnis in der BRD zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Texzilindustrie, dem Textilunternehmer, NGO’s und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) angehören. Die Podiumsdebatte hatte in erster Linie das Bündnis und ob es funktioniert zum Thema. Eingeladen waren auf das Podium Vera Baumann als Vertreterin des BMZ, Franziska Darmann als Vertreterin der ökologischen Textil-Firma Maas-Natur aus Gütersloh und Thorsten Lehmkühlerr als ein Vertreter von Fairticken, einem fairen Kleiderladen aus Bielefeld und Alissa Sekulic als eine Vertreterin von BRAX. Eingeladen waren sämtliche örtlichen Textilproduzenten, allerdings hatte nur BRAX die Einladung angenommen.
Vera Baummann, die Vertreterin des BMZ berichtete, dass das Bündnis am Anfang des Jahres 2017 in der Kritik, auf Grund zu bürokratischen Strukturen, stand. Es gab auf Grund dessen ca 40 Austritte. Darum wurden die Strukturen, laut Vera Baumann, inzwischen verbessert. Innerhalb des Bündnisses gibt es die freiwillige Selbsverpflichtung, dass bis 2020 die Teilnehmer*innen den Anteil von nachhaltiger Baumwolle auf 10% gesteigert haben. Die Corporate Responsabilty Managerin von Brax Alissa Sekulicberichtete, das sie nicht Mitglied des Bündnis seien, da sie ihre Bemühungen mehr auf die praktischeArbeit legen wollen. 25 % der Kleidung von BRAX wird in der EU produziert, 25 % in der Türkei und der Rest in Afrika und Asien.Brax arbeitet an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und veröffentlicht einen eigenen Nachhaltigskeitsbericht. Nach Meinung von Alissa Sekulic seien sie schon weiter als das Textil-Bündnis. Der Vertreter des Fairticken Ladens aus Bielefeld, welcher ausschließlich fairgehandelte Kleidung verkauft, berichtete, dass ihre Kundschaft ist gewachsen sei, insbesondere nach den Ereignissen in Bangladesch. Kritik wurde auch an den Konsumenti*nnen geübt. So würde Primark sich zwar an den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen beteiligen, möchte die Klamotten aber nicht entsprechend auszeichen. Denn sie hätten Angst, dass die Kunden dann denken würden, sie hätten zuviel bezahlt.
Bei der anschließenden Debatte mit dem Publikum, kam von dort der Einwand, dass die Regierung mehr Druck auf die Bekleidungsindustrie ausüben müsste. Freiwillige Selbstverpflichtungen würden nicht so viel bringen. Vera Baumann wendete dagegen ein, dass es bei der derzeitigen Beschaffenheit des Bundestages keine Mehrheiten für gesetzliche Regelungen gäbe. Die freiwillige Selbstverplichtung im Rahmen des Bündnisses, sei das einzige was momentan möglich sei. Der Eintritt in das Bündnis ist zwar freiwillig, aber als Mitglied sei man an Bedingungen gebunden. Die Zertifikate seien auch bei Aldi, C&A und Co nicht gefälscht. Grundsätzlich war die Vertreterin des BMZ (Vera Baumann) der Meinung, dass es beides braucht Gesetze und freiwillige Nachhaltigkeit.
Eine weitere Frage richtete sich direkt an BRAX. Da BRAX in vier Kontinenten produziert, wurde gefragt, wie das nachhaltig sein könnte. Die Vertreterin von BRAX meinte, dass die Beschaffer erstmal nicht an die Nachhhaltigkeit denken würden, es wäre dann ihre Aufgabe sie daran zu erinnern und positive Veränderungen zu erreichen. So schaut sich Brax schaut z.B. die Bedingungen vor Ort an, wie Fluchtwege, erste Hilfe-Kästen, Arbeitnehmerrechte und dergleichen.
Ein anderer Beitrag aus dem Publikum behandelte die Rolle auch der Gewerkschaften hierzulande, So wurden Anfang des Jahres 2017 Gewerkschafter in Bangladesch bedrängt. Deutsche Gewerkschaften haben sich dann für diese eingesetzt, so dass auch Verantwortung und Einflussmöglichkeiten der Gewerkschaften hierzulande bestehen.
Zum Schluß wurde noch darauf hingewiesen, dass es auch ein wichtiger Beitrag sei, für das Gewerkschaftshaus in Pakistan zu spenden, für dessen Errichtung sich u.a. medico international und ver.di einsetzen.

Quelle: attac-netzwerk.de/herford